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Longimanus

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25.10.2017, 00:09

Lima Neuheit SBB C 4/5 originale Fälschung!

... jedes Modell war mal eine Neuheit. Das Lima-Modell hier ist von 1961. Es gab dieses Modell, in leicht unterschiedlichen Varianten, rund ca. 10-12 Jahre lang. Eine C 4/5 nenne ich es nur wegen der Achsfolge... Ansonsten ist es ein Fantasiemodell, ohne Vorbild. Am ehesten noch eine Deutsche BR-44...

Wer mehr über alte Lima wissen möchte, ist im Forum "alte Modellbahnen" gut beraten. Dort gibt es den Martin67, DER Lima Spezialist. Endlich habe ich auch mal diese alte Lima Lok gefunden :) . Der finanzielle Wert ist unbestimmt, wohl nicht all zu viel. Trotzdem, dieses Modell E-680 ist total vom Markt verschwunden, ober aber taugt nicht einmal mehr als Teilespender. Gut erhaltene Exemplare sind selten geworden. In alle den Jahren habe ich nie ein gutes Modell an einer Börse entdeckt. So freue ich mich sehr daran, egal ob der finanzielle Wert 1.- oder 1000.- beträgt. Die Geschichte drum herum ist das interessante...

Mich fasziniert dieses Modell u.a. weil sich Lima die Bemühungen/Aufwand mit dem Vorbild ersparte! Die dachten wohl, wieso sollten sie die Arbeit tun, wenn Märklin bereits 10 Jahre vorher ab 1950 eine Dampflok BR-44 (G 800 / GN 800 / 3047) erfolgreich auf den Markt brachte!

Die Nähe zum Märklin Modell ist offensichtlich, jedenfalls mehr, als zum Vorbild BR-44. "Leider" war es nur äusserlich eine "Märklin-Fälschung": die inneren Werte konnten mit Märklin nicht mithalten, das war wohl auch nicht das anvisierte Ziel. Das Lima-Modell ist stark verkürzt, bis auf ganz wenige Motor- und andere Teile besteht die Lima E-680 primär aus Kunststoff. Immerhin, die Laufeigenschaften sind ganz passabel. Jedoch von 4 Triebachsen sind gerade mal eine einzige angetrieben! die Lok mag kaum mehr als sich selbst ziehen. Freude hat es bestimmt trotzdem gebracht, was die Technik nicht liefern konnte, musste halt die Fantasie ausgleichen. Der Tender wurde fast ganz von Märklin abgeschaut, selbst das Märklin Logo wurde gleich mit übernommen!!! Ebenso die rückwärtige Märklin Tender-Nummerierung "809".

Die Lima Sparübung hat sich auch auf den Verkaufspreis ausgewirkt: Leider kenne ich den Lira Wechselkurs von 1961 nicht. Bestimmt war die Lira 1961 noch viel werthaltiger, als ca. 20 Jahre später: 1982 entsprachen 10`000 italienische Lira ungefähr CHF 12.50.- Als grober Überschlag Lira-Noten = Schweizer Banknoten ohne die Tausend.

Sollte diese Schätzung zutreffen, waren damals Lima Loks "verboten" günstig. Als Vergleich 1961:
Die Kleinbahn-Loks kosteten ca. CHF 25.- bis 78.- (die meisten Modelle 32.- bis 45.-)
Märklin: ca. 21.- bis 220.- (viele Modelle um 39.- bis 70.- herum)

Lima 1961: 3-achsige Lok: Lira 1000.- Wechselkurs zum CH Franken = 1.25 kann nicht stimmen... der muss 1961 deutlich höher gewesen sein?!
Lima grosses Set 9001 mit Dampflok E-680, 2 x FS D-Zugwagen, Gleisoval und 220 Volt Trafo: Lira 5500.- = Franken? CHF 6.90 dürfte zu tief sein?...
Lima Dampflok Kat. Nr. 9021 E-680, das war damals das teuerste Modell vom Lima Sortiment: Lira 2000.- = Franken? CHF 2.50 wohl kaum?

Anbei die Fotos der "grossen" Lima Dampflok E-680 Kat.Nr. 9021 von 1961.
»Longimanus« hat folgende Bilder angehängt:
  • Lima 680 Fahrwerk.jpg
  • Lima 680 Front.jpg
  • Lima 680 Ma Signet.jpg
  • Lima 680 Tender.jpg
  • Lima Dampflok E680.jpg
  • Lima E 680.jpg
  • Lima E680 Rad.jpg
  • Lima Set 9001 1961.jpg
  • Lima Set 9001.jpg
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25.10.2017, 00:20

1961 waren 1DM ca. 180Lit.
Gruss Erwin


Wer denkt Projektleiter leiten Projekte, der glaubt auch Zitronenfalter falten Zitronen.

Der vorhandene Platz beschränkt die Sammelwut. :whistling: Ein externer Lagerraum entschärft das Problem. :D

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25.10.2017, 09:40

Danke Erwin für Deinen Hinweis! :)

Dem zufolge war Lima zu Zeiten des festen Wechselkurses gar nicht sooo billig! Diese Lima Lok E-680 kostete 1961 = 2000 Lira was umgerechnet 36 DM war. Zu diesem Preis gab es auch längstens von Märklin durchaus attraktive Modelle! Zwar nicht das Flaggschiff, aber alle Modelle durchwegs auf viel höherem Qualitäts-Niveau. Das berühmte Märklin 3000-erli mit Gussfahrwerk kostete um 19.- bis 24.- herum. Spätestens von 1972 an, nach dem die Währungen frei nach Angebot und Nachfrage gehandelt wurden, verlor die Lira kontinuierlich an Wirtschaftskraft, die Währung Lira implodierte gegenüber der D-Mark (und dem CHF)...

So billig wie der Preis dieser Lok heute 50-60 Jahre später erscheint, ist demzufolge ein Trugschluss. Für ein Arbeiterkind aus Neapel dürfte selbst diese recht einfache Lima Lok unerschwinglich gewesen sein!
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25.10.2017, 16:16

Was ich an diesem "Modell" interessant finde, sind die schönen Radsätze, abgesehen vom Hintersten vielleicht. Der Level wird noch heute in Grossserie nicht durchwegs erreicht. Lief die wirklich auf den damaligen Gleissystemen?

Das Logo mit zu kopieren, ist ja besonders dreist. Abgesehen vom Mehraufwand beim Werkzeugbau würde das heute wohl auch noch eine Klage einbringen.
E Gruess

Hänsu
Ich halte Genauigkeit für poetisch

(Robert Walser)

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26.10.2017, 01:25

Guten Abend Hänsu,
Du hast dann eine gute Beobachtungsgabe :thumbsup: : Räder bez. Radreifen: Tatsächlich sind die für eine über 56 jährige billigst ausgeführte H0-Lok sehr schön und fast schon nahe an RP-25 Profil. Ja, die Lok läuft sehr gut und fein, so lange sie nichts nennenswertes ziehen muss. Der Trick ist wohl folgender: Was das Gewicht angeht, die Lok läuft wie ein alter Hinterrad-Traktor: Viel Gewicht befindet sich primär auf der einzigen Triebachse unter bez. nahe dem Führerhaus. Die Vorlaufachse - mit viel höherem Spurkranz! befindet sich wie bei einer SBB Ae 4/6 in einem ein Drehgestell zusammen mit der 1. "Triebachse". Lauftechnisch ist es eine 2-achsige Lok. Die 3 pseudo Triebräder dazwischen berühren zwar die Schienen zum Selbstzweck - und entgleisen nicht :thumbsup: und selbst wenn, sie werden gezwungen, sich wieder einzugleisen.


Kopyright: wo kein Kläger ist, hats auch kein Richter. Ich wundere mich auch wie Du. Vermutlich waren Lima und Märklin Kunden 1961 noch derart verschieden, dass Märklin gar nicht auf die Idee kam, in dieser Sache vorstellig zu werden, Lima war unter der Würde der stolzen Schwaben. Vermutlich wusste auch niemand aus der Lima-Kundschaft, was es mit diesem Symbol auf sich hat und meinten womöglich, es gehöre zum Vorbild. Im Jahre 2017 sind die meisten Sammler nicht auf eine bestimmte Marke fixiert, sondern kaufen von allen Herstellern - wenn das Produkt ihren Bedürfnissen entspricht. Vor 50 Jahren war man noch viel Marken treuer. Der Lima-Bub war zu unterst in der Modellbahn-Hierarchie, aber viel höher als der, welcher gar keine Modellbahn hatte. Es war nicht das einzige mal, dass Lima lieber ein anderer Hersteller kopierte: Bekanntes Lima Modell SBB Ae 3/6 I: Ohne Zweifel diente die Metropolitan-Version als Vorlage, anstatt das Vorbild...



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